Was Apples gewähltes Display über die Zukunft des faltbaren iPhones verrät

Apple lässt sich Zeit – und das offenbar mit Absicht. Nach Informationen aus asiatischen Zulieferkreisen plant der Konzern sein erstes faltbares iPhone derzeit für den Herbst 2026. Intern wird das Gerät zwar noch nicht offiziell benannt, in der Branche spricht man jedoch längst vom „iPhone Fold“. Auffällig ist weniger der Faltmechanismus selbst als eine technische Entscheidung im Hintergrund, die viel über Apples langfristige Strategie verrät: das Display.

Für sein erstes Foldable greift Apple ausgerechnet auf einen langjährigen Rivalen zurück. Samsung Display soll den Bildschirm liefern – genauer gesagt eine spezielle OLED-Variante namens CoE (Color Filter on Encapsulation). Diese Technologie könnte nicht nur das faltbare iPhone prägen, sondern auch kommende klassische iPhones beeinflussen.

Was hinter CoE steckt – und warum es so wichtig ist

Bei herkömmlichen OLED-Smartphones liegt über dem eigentlichen Panel eine Polarisationsfolie. Sie verbessert Kontraste und reduziert Spiegelungen, schluckt aber gleichzeitig einen großen Teil des erzeugten Lichts. Das Ergebnis: höherer Energieverbrauch und ein dickerer Displayaufbau.

CoE geht einen anderen Weg. Hier wird der Farbfilter direkt in die schützende Versiegelungsschicht des OLED integriert. Die separate Polarisationsfolie entfällt vollständig.

Das hat mehrere Folgen:

  • Weniger Lichtverlust im Display

  • Geringerer Stromverbrauch

  • Ein dünnerer Bildschirmaufbau

Samsung selbst spricht von einer Energieeinsparung von rund 37 Prozent bei gleicher Helligkeit. Alternativ kann das Display bei gleichem Verbrauch deutlich heller leuchten – oder beides in moderater Form kombinieren.

Warum das gerade für Foldables entscheidend ist

Bei faltbaren Smartphones zählt jeder Zehntelmillimeter. Zwei Displayhälften, ein Scharnier, Schutzschichten – all das summiert sich schnell zu einem klobigen Gerät. Ein dünneres Display erlaubt schlankere Scharniere, weniger Gewicht und ein angenehmeres Handling im Alltag.

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Genau deshalb setzt Samsung diese Technik bereits seit dem Galaxy Z Fold 3 ein. Apples Entscheidung wirkt daher weniger experimentell als strategisch: Statt ein Risiko einzugehen, greift man auf eine erprobte Lösung zurück, die sich in Millionen Geräten bewährt hat.

Design vor Akku-Maximierung

Auf den ersten Blick klingt ein effizienteres Display nach deutlich längerer Akkulaufzeit. Doch bei Apple ist die Rechnung oft komplexer. Leaks deuten darauf hin, dass Apple die Effizienzgewinne eher für ein schlankeres Design und höhere Spitzenhelligkeit nutzen könnte als für einen drastisch größeren Akku.

Das passt zur bisherigen Philosophie des Unternehmens: Verbesserungen werden häufig in Formfaktor, Gewicht oder Nutzerkomfort investiert, statt in spektakuläre Zahlen auf dem Datenblatt.

Vorteil der CoE-Technik Mögliche Apple-Entscheidung
Geringerer Strombedarf Etwas längere Laufzeit oder dünneres Gehäuse
Wegfall der Polarisationsfolie Schlankerer Aufbau, softwaregestützte Reflexionskontrolle
Höhere Helligkeit Bessere Ablesbarkeit bei Sonnenlicht

Für ein Foldable ist das besonders relevant: Ein Gerät, das sich zwar falten lässt, aber schwer und dick wirkt, verliert schnell seinen Reiz.

CoE kommt auch ins „normale“ iPhone

Die Technik soll nicht exklusiv für das Foldable bleiben. Branchenkreise berichten, dass Apple CoE-Displays auch in einem besonders leichten Modell einsetzen will, das derzeit als iPhone Air 2 gehandelt wird. Der mögliche Marktstart: Frühjahr 2027.

Der Zeitpunkt wäre symbolisch. Rund 20 Jahre nach dem ersten iPhone könnte Apple ein besonders dünnes, reduziertes Modell präsentieren – technisch modern, optisch minimalistisch. CoE würde perfekt zu dieser Erzählung passen.

Auch hier gilt: Apple wäre nicht allein. Samsung plant laut Berichten, CoE bereits im Galaxy S26 Ultra einzusetzen. Damit dürfte sich die Technologie im Premiumsegment rasch etablieren.

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Rivalen und Partner zugleich

Dass Apple für eine Schlüsselkomponente auf Samsung setzt, ist kein Widerspruch. Schon seit Jahren liefert Samsung Displays für iPhones, während beide Marken im Endkundengeschäft konkurrieren.

Für Apple ist entscheidend, dass Samsung die nötige Produktionskapazität und Qualität liefern kann. Für Samsung wiederum sind Großaufträge von Apple ein wichtiger Hebel, um neue Displaytechnologien wirtschaftlich zu skalieren. Am Ende profitieren auch die Käufer: Bewährte Technik verbreitet sich schneller.

Warum CoE Foldables alltagstauglicher macht

Faltbare Smartphones kämpfen vor allem mit drei Schwächen: Dicke, Wärmeentwicklung und langfristiger Haltbarkeit. CoE kann zwar die sichtbare Falz nicht beseitigen, beeinflusst aber die anderen Punkte positiv:

  • Dünnere Displays entlasten Scharnier und Mechanik

  • Geringerer Stromverbrauch reduziert Hitze

  • Weniger thermische Belastung schont flexible Schichten

Das erhöht die Chance, dass ein iPhone Fold nicht nur als Technikspielerei wahrgenommen wird, sondern als echtes Alltagsgerät.

Was Nutzer im Alltag bemerken könnten

Sollten sich die Leaks bestätigen, dürften Anwender vor allem zwei Dinge spüren: mehr Helligkeit im Freien und ein angenehmeres Format. Gerade beim aufgeklappten Display in der Sonne spielt Effizienz eine große Rolle.

Beim iPhone Air 2 wären die Effekte subtiler: ein etwas leichteres Gerät, ein dünneres Gehäuse und ein Akku, der auch nach Jahren noch solide durchhält. Kaum jemand wird den Begriff „CoE“ kennen – aber viele werden merken, dass sich das Gerät einfach stimmiger anfühlt.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Ohne Polarisationsfolie müssen Reflexionen stärker durch Beschichtungen und Software kontrolliert werden. Apples enge Verzahnung von Hardware und iOS könnte hier jedoch ein entscheidender Vorteil sein.

Ein kleines Detail mit großer Wirkung

Was wie eine unscheinbare Änderung im Display-Aufbau klingt, hat weitreichende Folgen für Design, Akkulaufzeit und Gerätekonzepte. CoE ist kein Marketing-Schlagwort, sondern ein Beispiel dafür, wie unsichtbare Technik über Erfolg oder Misserfolg eines Produkts entscheidet.

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Mit Blick auf 2026 und 2027 deutet vieles darauf hin, dass diese Display-Technologie zum Fundament von Apples nächster Gerätegeneration wird – egal ob faltbar oder klassisch.

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