Bad Wörishofen – Die Josef Maier GmbH & Co. KG aus Bad Wörishofen hat Ende 2025 Insolvenz angemeldet. Das familiengeführte Unternehmen verarbeitet seit 1973 Wildfleisch und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 250 Mitarbeitende. Der zuletzt ausgewiesene Jahresumsatz lag bei 61,4 Millionen Euro. Die Insolvenz hat auch Auswirkungen auf das Sortiment des Lebensmittelhändlers Rewe, der zu den Abnehmern zählt.
Insolvenz bei Rewe-Zulieferer: Banken ziehen Kreditlinien zurück
Wie das Fachmagazin Lebensmittel Zeitung berichtet, geriet das Unternehmen durch mehrere Faktoren gleichzeitig unter Druck. Demnach hätten:
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Banken kurzfristig Kreditlinien gekündigt,
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Verbraucherinnen und Verbraucher weniger Fleisch gekauft,
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und die Umsätze seien unerwartet stark eingebrochen.
Diese Entwicklung führte im Geschäftsjahr 2024 zu einem Verlust von 2,4 Millionen Euro – dem ersten negativen Jahresergebnis seit acht Jahren. Josef Maier GmbH ist dabei nicht der einzige betroffene Betrieb: Auch eine Wurstfabrik, deren Produkte unter anderem bei Rewe, Edeka und Lidl verkauft werden, steht vor der Schließung.
Hohe Investitionen kurz vor der Insolvenz
Erst vor vier Jahren hatte das Unternehmen erheblich investiert. In Landsberg am Lech wurde eine neue Produktionsstätte errichtet, die als größte und modernste Wildverarbeitungsanlage Europas gilt. Ziel der Investition war es, vor allem kleinere Verpackungseinheiten für den Einzelhandel herzustellen und das Geschäft mit Supermärkten auszubauen.
Josef Maier GmbH beliefert Kundinnen und Kunden in zehn Ländern, darunter Großverbraucher und Einzelhändler. Bei Rewe sind derzeit unter anderem tiefgekühltes Hirschgulasch sowie Hirschbraten aus der Keule im Sortiment. Ob diese Produkte künftig weiterhin angeboten werden, ist bislang unklar.
Zukunft des Wildfleischverarbeiters offen
Nach Unternehmensangaben verarbeitet der Betrieb täglich rund 60 Tonnen Wildfleisch. Wie es weitergeht, ist derzeit offen. Der Insolvenzverwalter teilte mit, dass bereits Gespräche mit potenziellen Investoren geführt werden. Ziel sei es, die finanzielle Lage zu stabilisieren und eine Perspektive für den Fortbestand des Unternehmens zu entwickeln.
Wildfleischmarkt unter Druck
Der Markt für Wildfleisch steht insgesamt unter zunehmendem Druck. In den vergangenen drei Jahren sind die Kilopreise für private Verbraucher von durchschnittlich 14,20 Euro auf rund 19 Euro gestiegen. Hinzu kommt, dass Wildfleisch von vielen Kundinnen und Kunden nur saisonal, vor allem in den Wintermonaten, nachgefragt wird. Diese Faktoren belasten die Branche zusätzlich.