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Achtes Treffen

Wir begannen heute mit einer bewusst dynamisch gestalteten Aufwärmphase: die Kinder sollten sich frei durch den Raum bewegen und immer nur ganz kurz in Charaktere ihres Bühnenwerkes schlüpfen, um die Rolle dann an jemand anderen abzugeben und eine Neue anzunehmen.

 

Anschließend begann eine sehr intensive Arbeitsphase für die Ausformung unseres zweiten Aktes. Zunächst besprachen wir, wie wir am besten die bisher gesammelten Ideen umsetzen können, dann führten die Kinder kurze Sequenzen zunächst zu zweit bzw. zu dritt, dann alleine auf. Dies diente vor allem der Findung von geeigneten Textzeilen.

 

Zusätzlich ließ ich die Kinder sich gegenseitig ganz genau beobachten, um sie darauf aufmerksam zu machen, wie sie sich möglichst Publikumswirksam inszenieren: sie waren unter anderem überrascht festzustellen, dass bereits ein leichtes sich Abwenden vom Publikum die Verständlichkeit des Gesprochenen aber auch den Effekt des "An-sich-Fesselns" drastisch reduzieren kann. Gemeinsam arbeiteten wir daher zum Beispiel an Aufstellungswinkeln: wie stehen die Protagonisten auf der Bühne zueinander, um miteinander zu kommunizieren, aber gleichzeitig das Publikum mit einzubeziehen. 

 

Abschließend führten die Kinder eine Szene aus dem zweiten Akt in der gesamten Gruppe auf. Einmal mehr bin ich davon beeindruckt, welchen Prozess die Kinder miteinander durchlaufen haben. Anfangs glitten Impromptu-Szenen mit der gesamten Gruppe nach ein paar Minuten schnell in wirres Durcheinander ab, da jeder nur noch seine eigenen Ideen umsetzte. Jetzt können die Kinder bereits innerhalb der Szene aufeinander eingehen, auf Handlungsstränge, die von jemandem durch wenige Worte vorgegeben werden, passend reagieren und diese weiter ausformen, sodass es zu einem runden Gesamteindruck kommt. 

 

Da ich in den Osterferien die vielen Ideen der Kinder zu einem umsetzungsfähigen Bühnenwerk zusammenschreiben werde, trug ich den Kindern als Hausaufgabe auf, sich darüber Gedanken zu machen, was für eine Rolle sie sich wünschen: eine große, mehrere kleine, viel Text, Soloauftritte etc. Jeder soll schließlich seine Wunschrolle bekommen!

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